Regina Breul – Hans Ulrich Steymans OP

Der ‚Hirntod‘, definiert als das irreversible Erlöschen der gesamten Hirnfunktion, wird in weiten Kreisen als Todeskriterium akzeptiert. Das ‚Hirntod‘-Konzept ist gemäß den medizinisch-ethischen Richtlinien zur Feststellung des Todes mit Bezug auf Organtransplantationen „wissenschaftlich untermauert“.1 Untermauert heißt nicht bewiesen. Eine Minderheit von Fachleuten stellt das Todeskriterium in Frage. Unser Beitrag verknüpft die Darstellung der Hirntodkritiker in der medizinischen Fachdiskussion mit dem Hinweis auf die ethischen Grauzonen und die psychologischen Belastungen für Fachpersonen, die in der Transplantationsmedizin arbeiten. Er möchte darüber informieren, was diejenigen im Operationssaal erwartet, die den Entscheid für eine Spende von Organen oder Geweben im ‚Todesfall‘ auf einer Spendekarte vermerken oder – noch schlimmer – diese Entscheidung ihren Angehörigen überlassen. Diese geraten in einen Entscheidungskonflikt, der sie nicht selten ein Leben lang verfolgt.

Unwissenheit über die Organentnahme

Bis vor kurzem hätten die Verfasserin, eine in München lebende Ärztin, und der Verfasser, ein in Freiburg/Schweiz lehrender Alttestamentler, es gut gefunden, Toten Organe zu entnehmen und sie Kranken einzupflanzen. Seitdem haben sie Kenntnis von beunruhigenden Fakten erhalten.2 Es begann für die Verfasserin, als ihr Ehemann, Professor für Anatomie an der Universität München, berichtete, daß für „hirntot“ erklärte Patienten für die Entnahme der Organe eine Narkose bekommen, da sie anscheinend gezielt Abwehrbewegungen machen.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) informiert ausgewogen über Organspende.3 Die Deutsche Stiftung für Organspende (DSO) verbreitet die Broschüre „Kein Weg zurück … Informationen zum Hirntod“.4 Die Argumente für das ‚Hirntod‘-Konzept sind dort für den Laien plausibel dargestellt. Die in der Wissenschaft immer wieder geäußerte Kritik am Glaubenssatz des ‚Hirntodes‘ bleibt unerwähnt; sie ist ein heißes Eisen. Karrieren (Christian Barnard),

Arbeitsplätze (Transplantationskoordinatoren in den Spitälern, Hauptamtliche in den Stiftungen für Organspende) sowie Milliardenumsätze der Pharmaindustrie (Medikamente gegen die Abstoßung) hängen an der Transplantationsmedizin. Professor Alan Shewmon (Professor of Neurology and Pediatrics UCLA Medical School in the United States) nennt die Diagnose ‚Hirntod‘ eine „legal fiction“.5

In unserem Beitrag geht es vor allem um den ‚Hirntod‘ und die Grauzonen der Diagnose. Ein weiteres Problem ist eine neuerdings propagierte Todesdefinition: die Organentnahme nach kurzfristigem Herz-Kreislaufstillstand (Non Heart Beating Donors).

Anfang Februar 2005 fand in der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften eine Tagung zum Thema „Der Hirntod ist nicht der Tod“ statt, in dem Mediziner, Juristen, Philosophen und Theologen sich kritisch mit dem ‚Hirntod‘-Konzept auseinandersetzten. Die hier vorgetragenen Positionen fußen auf den dort zusammengetragenen Informationen.6 Eine reich dokumentierte Beschreibung der bedrängenden Praxis der Transplantationsmedizin bietet die Kulturwissenschaftlerin Anna Bergmann aus Frankfurt/Oder.7 Über die Vorgehensweise bei der

Organentnahme herrscht in der Öffentlichkeit Unwissenheit. Wer weiß schon, daß:

  • Herz-Kreislauffunktion, Regulierung des Wasser- und Mineralhaushaltes, immunologische Reaktionen und Atmung auf Zellebene bei ‚Hirntoten‘ erhalten sind;

  • man nach Zuschreibung des Etiketts ‚hirntot‘ bei weiter schlagendem Herzen zu einer Nummer wird und sämtliche Rechte der Person verliert;

  • im Operationssaal folgendes abläuft: Der ‚Spender‘ wird an Armen und Beinen festgebunden, um Bewegungen zu verhindern, die eine Organentnahme unmöglich machen. Er bekommt muskelentspannende Medikamente und auch Narkosemittel wie das starke Morphin Fentanyl. Die DSO empfiehlt in ihren Handreichungen zur Organentnahme aus dem Jahr 2008 eine Fentanylnarkose „zur Optimierung der Therapie“ sprich Organentnahme. In den offiziellen Richtlinien der Bundesärztekammer heißt es allerdings, eine Schmerzmittelnarkose sei nicht notwendig. Das Problem der Bundesärztekammer ist, daß mit einer verpflichtenden Erklärung zur Narkose bestätigt würde, daß es sich bei ‚Hirntoten‘ um noch lebende Menschen handelt, die während der Organentnahme Schmerzen erleiden könnten. Beim Aufschneiden des Körpers … kommt es zu Blutdruck-, Herzfrequenz- und Adrenalinanstieg. Auch Rötungen des Gesichts, flächenhafte Hautrötungen und Schwitzen sind möglich. Bei ‚normalen‘ Operationen werden diese Zeichen als Schmerzreaktionen gewertet. Wichtig ist die Konservierung der Organe. Dazu werden sie mit ca. 15 Liter einer gekühlten Flüssigkeit (Perfusionslösung 4°C) durchspült. Die Ärzte legen dafür Katheter, kleine Röhrchen und dünne Schläuche. Beim Eindringen der kalten Flüssigkeit, die das Blut ausschwemmen soll, in den noch ‚lebenden‘ Körper kann es erneut zu Blutdruck und Herzfrequenzanstieg oder auch Zuckungen kommen.8

  • man nicht nur die Jungen will. Inzwischen werden in Deutschland über 20 Prozent aller Organe über 65-Jährigen entnommen.

  • Nur zirka acht Prozent aller Organspenden durch eine schriftliche Erklärung oder einen Organspenderausweis zu belegen sind. Bei allen anderen belastet man die Angehörigen mit Mutmaßungen über den Willen des Patienten.9 In Österreich muß man sich bei einer GmbH in ein Widerspruchsregister eintragen. Dort entnimmt man sonst die Organe ungefragt.

 

Die Zehn Gebote in der schönen neuen Welt

Der Verfasser hatte für die Schlußprüfung in Pastoraltheologie den Roman „Die schöne neue Welt“ von Aldous Huxley zu lesen. Darin wird eine Gesellschaft beschrieben, die Geburt und Sterben industrialisiert. Die chemisch verwertbaren Bestandteile der Toten werden aufgefangen. Die weibliche Hauptfigur drückt ihre Befriedigung darüber aus, so nützlich zu sein. Außerhalb dieser Gesellschaft leben Wilde, die noch die Bibel kennen, sich natürlich fortpflanzen und an

Krankheit oder Altersschwäche sterben.

Die Medizin ist zu einem Sektor unserer Gesellschaft geworden, in dem Arbeitnehmer nicht mehr selbstverständlich nach den Zehn Geboten handeln dürfen, ohne berufliche Nachteile fürchten zu müssen.

Ethik stellt die philosophische Frage, wie menschliches Handeln gut ist. Theologische Ethik orientiert sich an der Bibel, die in den Zehn Geboten Grundsätze guten Handelns kennt. Jeweils vor Gesetzeskorpora (Exodus 20,22-23,32 und Deuteronomium 12-26) gestellt, fassen die Zehn Gebote (Ex 20,1-17; Dtn 5,1-21) die Regeln der Gerechtigkeit zusammen, bevor die Gesetze sie konkretisieren. 10 Die antike griechische Übersetzung des Alten Testaments (Septuaginta) teilt die Zehn Gebote in Themen ein. Den Anfang machen die Privilegien Gottes, vom Alleinverehrungs- bis zum Sabbatgebot. Dann kommt im Elterngebot und Ehebruchverbot die Familie in den Blick. Den Schluß machen Verbote zur Sicherung des Lebens und seiner materiellen Grundlagen: „Du sollst nicht töten.“ — „Du sollst nicht stehlen.“ – „Du sollst keine Falschaussagen machen“. – „Du sollst nicht trachten nach deines Nächsten Gut.“ Jesus zitiert die Gebote als Beispiel dafür, Gutes zu tun (Mt 19,16-19).

Heidnische Kultur des Todes versus biblische Kultur des Lebens

In der Antike maßte sich die Gesellschaft die Vollmacht an, über den Wert menschlichen

Lebens zu entscheiden und es dem Tod preiszugeben. Bekannt dürfte die der Ödipussage zugrundeliegende Praxis der Aussetzung von Kindern sein.

In Mesopotamien schrieb man den Göttern ein Interesse an der Tötung von Menschen zu, um eine Überbevölkerung zu verhindern. Dem Atrahasis-Mythos zufolge war es der oberste Gott Enlil, der die anderen Götter zu dem Beschluß veranlaßte, wegen der übermäßigen Vermehrung der Menschen und ihres zu lauten Tuns schwere Plagen zu verhängen. Nach der besonders schweren und lang dauernden dritten Plage veranlaßte er die Götter zu dem Beschluß, nunmehr

durch eine Sintflut die Menschen ganz zu vernichten. Nach der Sintflut legen die Götter eine neue Weltordnung fest. Es sollte neben anderen todwirkenden Wesen eine Kinder mordende Dämonin geben. Außerdem wurde größeren Gruppen von im Kult tätigen Frauen die Kinderlosigkeit zur Pflicht gemacht.

Die biblischen Erzähler der Sintflut kannten die mesopotamischen Versionen.

Deshalb ist ihr Plädoyer für eine Kultur des Lebens in der Genesis theologisch gewollt. Im Gegensatz zur Kultur des Todes im Atrahasis-Mythos gibt es in der Genesis Segen und Vermehrungsauftrag, und zwar für Tier und Mensch (Gen 1,22.28; Gen 9,1). Gott entschließt sich, in Zukunft auf einen Gewaltausbruch zu verzichten (Gen 8,21f), und setzt eine neue Weltordnung fest, die dem Leben von Mensch und Tier größte Würde schenkt (Gen 9,1-7). Das Leben und seine Kraft – symbolisiert im Blut – sind heilig. Um das anzuerkennen, soll der

Mensch auf den Genuß von Blut verzichten. Obwohl er Tiere töten und essen darf, bleibt ihm bewußt, daß er damit das sakrosankte Leben berührt (Gen 9,4).

Menschliches Leben steht unter besonderem Schutz, von Tier und Mensch wird dafür Rechenschaft eingefordert (Gen 9,5f).11

Christlich geprägte Kulturen schätzen die Hingabe des eigenen Lebens für andere.

Das spielt in die kirchliche Bewertung der Organspende hinein. Anders ist das in der Kultur Japans. In sieben Jahren nach dem Inkrafttreten des Transplantationsgesetzes Ende 1997 fanden in Japan nur zirka 30 Transplantationen statt.11

Du sollst nicht töten:

Die Diagnose „Hirntod“ – eine Glaubenssache

In den USA ist es erlaubt, die Organentnahme Tötung, aber nicht Mord zu nennen.

Franklin G. Miller vom US National Institute of Health für Bioethik und Robert Truog von der Harvard Medical School in Boston sagen, daß ‚Hirntote‘ lebende Menschen sind. Sie halten die derzeitige Praxis für Tötung. Deshalb wollen sie das Etikett ‚hirntot‘ nicht mehr verwenden und machen den Vorschlag, für die Organgewinnung „gerechtfertigtes Töten“ zuzugestehen.13

Das biblische Gebot verbietet die fahrlässige oder vorsätzliche Tötung, vor allem den Mord. Tötungen im Krieg oder Hinrichtungen untersagt die Bibel nicht.

Unter das Tötungsverbot fallen auch alle indirekten Methoden, den Tod herbeizuführen.

Die Broschüre der DSO macht klar, daß man der Diagnose ‚Hirntod‘ entgegen dem Augenschein glauben soll. Bei Hirntoten zeigen sich „Reaktionen, die sich mit der Vorstellung vom Tod vordergründig nicht in Einklang bringen lassen. So kann bei der Organentnahme plötzlich der Blutdruck ansteigen oder sich der Puls erhöhen; es kann zu Muskelzuckungen oder Hautrötungen kommen.“14

Ein ehemaliger Transplantationschirurg erinnert sich, wie er einen Hirnverletzten daraufhin untersuchte, ob sein Herz verpflanzt werden konnte. Dieser hatte alle Zeichen eines lebenden Menschen. Bevor ihm das Etikett ‚hirntot‘ aufgedrückt worden war, empfing er lebenserhaltende Maßnahmen und Pflege wie jeder andere Patient auf der Intensivstation. Ohne eine äußere Veränderung seiner Lebenszeichen machte ihn der Federstrich ‚hirntot‘, den ein Neurologe in seine Krankenakte schrieb, zu einem entmenschlichten und juristisch toten Wesen.15

Da lebenswichtige Organe schon wenige Minuten nach dem Herzstillstand nicht mehr für die Transplantation geeignet sind, müssen die Organe einem ‚Spender‘ entnommen werden, dessen schlagendes Herz und intakte Lungen sie weiterhin mit Sauerstoff versorgen und vor Zersetzung bewahren. Die Entnahme lebenswichtiger Organe – Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Lungen, Herz – führt den Tod des ‚Spenders‘ herbei.16

Hirntod‘ ist ein Etikett, das ein Harvard Komitee im Jahre 1968 als Reaktion auf die erste Herztransplantation 1967 prägte. Sein entscheidendes Schlüsselwort lautet „irreversibel“, irreversibles Koma, irreversibler Ausfall der Hirnfunktionen.

Doch es gibt keine zeitliche oder technologische Konstante, die Irreversibilität definiert. „Irreversibel“ ist nämlich keine Diagnose, sondern eine Prognose.

Der untersuchende Neurologe glaubt, die Hirnschädigung sei irreversibel. Ebenfalls ungenau ist das Wort Funktion. Ein Funktionsausfall muß nicht den Tod des Gewebes bedeuten. Das Herz kann verletzte Gewebeteile stillegen, um Heilung zu erleichtern. Wahrscheinlich besitzt das Gehirn ebenfalls diese Eigenschaft.17

Zur Diagnose dienende Tests von Reflexen des Hirnstamms sind unsicher.18 Sie beruhen auf der unbewiesenen Annahme, daß irreversible Hirn- oder Hirnstammschädigung nachgewiesen wäre, wenn eine Reihe von Hirnfunktionen einige Stunden lang klinisch nicht nachweisbar sind.19

1. Der Apnoetest schädigt das verletzte Hirn

Der Apnoetest ist eine der wichtigsten Diagnosemethoden für den ‚Hirntod‘.

Dabei wird die künstliche Beatmung unterbrochen, obwohl das Harvard Komitee noch empfohlen hatte, den Patienten zuerst für tot zu erklären, bevor er vom Respirator getrennt würde.20

Zeichen für den Funktionsausfall des Gehirns ist das Fehlen der Spontanatmung.

Beim Apnoetest wird die Verbindung vom Patienten zum Respirator bis zu 10 Minuten lang unterbrochen. Während dieser Phase erfolgt die Sauerstoffversorgung durch eine Sonde im Trachealtubus mit kontinuierlichem Sauerstoff-Fluß, bis der Kohlendioxydgehalt im Blut gestiegen ist. Danach wird die künstliche Beatmung wiederaufgenommen. Beim Gesunden bewirkt der Kohlendioxidanstieg reflektorisch eine tiefe Einatmung. Bleibt dieser Atemreflex aus, wird das als Zeichen für den ‚Hirntod‘ gewertet.

Ein Kohlendioxidanstieg im Blut sollte bei Hirnverletzungen vermieden werden.

Er kann eine Schwellung des Gehirns auslösen und so den Innendruck des Schädels erhöhen, während gleichzeitig der Blutdruck des Patienten abfällt, was wegen des größeren Unterschiedes zwischen Schädel- und Blutdruck die Durchblutung des verletzten Gehirns weiter reduziert.21

Durch Sauerstoffmangel, Blutdruckabfall und Erhöhung des Schädelinnendrucks beim Apnoetest wird ein verletztes Gehirn, welches sich bis zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch hätte erholen können, endgültig geschädigt. Da ein EEG erst nach dem Apnoetest vorgesehen ist, kann es nur noch das zerstörerische Ergebnis des Tests bestätigen.22

2. Ein hoffnungsvolles Konzept: Die ischämische Penumbra

Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken: wessen Gehirn vollständig zerstört ist, der kehrt nicht ins Leben zurück. Das läßt sich jedoch erst bei der Autopsie feststellen. Die Kenntnisse in der Neurologie haben sich seit 1968 weiter entwickelt. Eine alternative Erklärung für den Ausfall der Funktionen von Hirn und Hirnstamm heißt ischämische Penumbra, d.h. ein Existieren des Gehirns in einem durch Blutmangel herbeigeführten Nebel zwischen Leben und Tod. Die Mangeldurchblutung resultiert aus dem durch die Verletzung erhöhten Schädelinnendruck.

Eine Hirnverletzung oder ein Ödem läßt den Druck im Schädel ansteigen. Erreicht oder übersteigt der Druck den systolischen Blutdruck der Arterien, führt das zu einem Stillstand des Blutkreislaufs im Schädel. Eine Ischämie des Gehirns, d.h. eine mangelhafte Versorgung mit Blut, und das Absterben des Hirngewebes sind die Folge. Allerdings wurde bei etwa 50% der Patienten, deren für die Hirntoddiagnose untersuchte Reflexe des Gehirns ausgefallen waren, ein signifikanter zerebraler Restblutfluß nachgewiesen.23 Die Blutversorgung ist also nicht völlig gestoppt. Wenn die Blutversorgung des Gehirns um 50-80% niedriger ist als normal, kann die Hirnfunktion zeitweilig unterdrückt sein. Dieses Phänomen heißt Penumbra, Halbschatten oder Nebel.

Da die Aufrechterhaltung der Zellfunktion mehr Energie benötigt als der Erhalt der Zellvitalität, befindet sich ein unbekannter Prozentsatz von Patienten mit schwerem Schädelüberdruck im Zustand einer globalen ischämischen Penumbra, der noch die Vitalität des Hirngewebes erhält, während gleichzeitig die klinische Diagnose des Hirntods aufgrund der Nichtnachweisbarkeit der neurologischen Funktionen beginnt.24

Da Zellen des verletzten Gehirns die Arbeit – Funktion – einstellen, um sich zu schonen, können im Zustand der ischämischen Penumbra keinerlei Reflexe ausgelöst werden. Dennoch ist das Gehirn regenerationsfähig. Da die Hirnanhangsdrüse in der ischämischen Penumbra ebenfalls vermindert durchblutet wird, kommt es zu einem Mangel an deren Hormonen, die auf die Schilddrüse wirken.

Der Mangel an Schilddrüsenhormon vermindert die Ansprechbarkeit des Gehirns auf den Kohlendioxydanstieg. Das Atemzentrum kann beim Apnoetest also gar nicht reflektorisch reagieren.

Cicero Galli Coimbra (Head Department of Neurology and Neurosurgery, Federal University of São Paulo) berichtet, daß 50 bis 70% der Patienten, die in tiefem Koma und ohne Hirnstammreflexe waren, aus der ischämischen Penumbra erwachen und zu normalem oder fast normalem Leben zurückkehren, wenn man sie – wie vor allem in Japan erprobt – mit zeitweiliger Unterkühlung um 3-4 Grad Celsius behandelt.25

3. Und wenn man den Herzstillstand herbeiführt? Die Non-Heart Beating Donors (NHBD)

NHBD sind Organspender, bei denen der ‚Hirntod‘ kurz nach Herzkreislaufstillstand erwartet, aber nicht nachgewiesen wird. Nach dem deutschen Transplantationsgesetz dürfen Organe für eine Transplantation nur ‚hirntoten‘ Patienten entnommen werden. Wenn ein Patient in den USA jedoch nach Ansicht des verantwortlichen Arztes nicht die Kriterien für ‚Hirntod‘ erfüllt, er jedoch die Chancen für eine Erholung als gering einstuft, kann er auf irreversiblen Ausfall

der Herz- und Lungenfunktion als Todesursache ausweichen.26 Die Organvermittlungszentrale

Eurotransplantat hatte schon 1998 mitgeteilt, daß der Herzstillstand für zehn Minuten ein „Äquivalent zum Hirntod“ sei. Die Bundesärztekammer ist bis jetzt noch anderer Meinung.

Als Spender nach Herzstillstand kämen infrage: Menschen im Koma, nach Schlaganfall oder Herzinfarkt, Querschnittsgelähmte und Unfallopfer. Auch Schwerkranke, deren Tod zwar nicht unmittelbar bevorsteht, die ihre Lebensqualität aber nicht mehr akzeptabel finden, könnten als NHBD in Betracht kommen.

Voraussetzung ist, daß der Betroffene oder seine Angehörigen dem Verzicht auf Leben erhaltende Maßnahmen zustimmen. Ist dies der Fall, kann der Herzstillstand provoziert werden. Insgesamt herrscht eine große Unsicherheit über das Vorgehen.

In Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Spanien, Belgien und den USA wird die Organspende durch NHBD praktiziert. Nach den Vorgaben des „Maastricht-Protokolls“ von 1995 (benannt nach dem Uniklinikum der niederländischen Stadt, wo seit den 80er-Jahren Spenderprogramme mit Herztoten laufen) klassifiziert man diese „Organspender ohne schlagende Herzen“ (NHBD) wie folgt:

  • Herzstillstand bei Ankunft in der Klinik (I)

  • Herzstillstand nach erfolgloser Reanimation (II)

  • Erwarteter Herzstillstand nach Unterbrechung lebenserhaltender Maßnahmen (III)

  • Herzstillstand bei Hirnstamm-Tod (IV) sowie

  • Herzstillstand bei einem stationären Patienten (V).

Die so genannte „no-touch-phase“, d.h. die Zeit zwischen dem letzten Herzschlag des Organspenders und dem Beginn der Perfusion – das Durchspülen der Organe mit einer konservierenden Lösung – sowie der Gabe von Medikamenten, schwankt in den europäischen Ländern zwischen 2 und 20 Minuten. Schon währenddessen wird mit der Kühlung der Organe begonnen. Nach der „no-touchphase“ bringt man entweder das Herz des für tot Erklärten wieder zum Schlagen oder schließt ihn an eine Herz-Lungen-Maschine an, damit die Organe frisch

bleiben.

In Deutschland ist die Organentnahme von NHBD noch verboten. Die Organe von NHBD aus anderen Ländern dürfen in Deutschland bisher noch nicht verwendet werden. Dies gilt auch für Organe von Spendern nach ärztlich assistiertem Suizid, der z. B. in Belgien erlaubt ist.

Du sollst nicht stehlen: Das Geschäft mit der Transplantation.

Das Gebot verbietet den Diebstahl von Sachen, Vieh und Menschen. Die Motive, aus denen gestohlen wird, sind gleichgültig. Auch die ehrenwertesten Motive ändern nichts an der verwerflichen Tat, allerdings muß das Diebesgut einen bestimmten Mindestwert haben.

Die Entnahme von Organen, Geweben und Zellen bei Verstorbenen ist in der Schweiz nur erlaubt, wenn dafür eine Zustimmung vorliegt. In Italien, Norwegen, Österreich, Portugal und Ungarn gilt jedoch die Widerspruchslösung. Diese wertet ein Schweigen als Zustimmung zur Organentnahme.

Die Organempfänger sind nicht nur Patienten, sondern auch Kunden des Gesundheitssystems,

für dessen Leistungen bezahlt wird. Für die Pharmaindustrie sind die Medikamente gegen Organabstoßung ein gigantisches Geschäft. Zwar ist der Organhandel geächtet, doch wird auch Gewebe entnommen. 2006 wurden in der Schweiz 927 Gewebeentnahmen durchgeführt (497 Knochen, 419 Augenhornhäute, 10 Herzklappen und je ein Knorpel und eine Amnionmembran). Mit aufgearbeiteten Geweben läßt sich auf legalem Weg Geld verdienen.27

Psychologische Probleme entstehen bei Fachpersonen, weil Hektik und Intensivpflege während der Organentnahme nicht dem Spender dienen, sondern dem Überleben seiner Organe.28

Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten ablegen:

Hirntot‘ wider den Augenschein

Das Gebot stammt aus dem Prozeßrecht. Im Gerichtsverfahren konnte das Leben des Beschuldigten in der Hand eines Falschzeugen liegen. Das Gebot verbietet nicht nur falschen Eid, sondern auch Täuschung, Verführung unter Berufung auf den Namen Gottes.

Transplantationsbefürworter fürchten eine Aufklärung der Öffentlichkeit, weil dann die Bereitschaft zur Organspende nachlassen würde.29 Der Kodex medizinischer Ethik in Brasilien verurteilt die Weitergabe medizinischen Wissens, das Angst hervorrufen könnte, als Sensationshascherei.30 In den Aufrufen zur Organspende wird streng tabuisiert, daß die Einverleibung eines Körperteils von einer fremden Person für den Organempfänger eine physische und psychische Extremsituation darstellt.31

Die Kompliziertheit einer Organtransplantation wird in solchen Darstellungen vertuscht. Von den mit dieser Therapieform verbundenen zusätzlich krankmachenden Effekten der Organübertragung und den enormen familiären Belastungen erfährt der Leser dieser Broschüren wenn überhaupt nur am Rande. Da die Organabstoßung eine normale Reaktion des menschlichen Körpers ist, müssen lebenslang immununterdrückende Medikamente verabreicht werden, die so schädigend wirken, daß Organempfänger nur noch über wenig eigene Abwehrkräfte verfügen. […] Als häufigste Todesursachen infolge einer Verpflanzung werden daher schwere Nierenschädigungen, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen angegeben. Die Notwendigkeit einer erneuten Transplantation, Bluthochdruck, der zu dem … Beschwerdebild des Zitterns führen kann, gravierende Leberschädigungen sowie … Wirbelkörperfrakturen … sind gängige ‚Nebenwirkungen‘ der Cyclosoporin-Therapie, mit denen jeder Organempfänger zu rechnen hat …“32

In der Broschüre der DSO trägt ein Kapitel die Überschrift „Todeszeichen – der Augenschein trügt“. Während ein Mensch, dessen Herz, Blutkreislauf und Atmung längere Zeit still stehen, durch sichere äußere Todeszeichen wie Totenflecke, Totenstarre und Anzeichen der Verwesung zweifelsfrei als Leichnam zu erkennen ist, treten diese Anzeichen durch die Beatmung und übrige Intensivbehandlung bei ‚Hirntoten‘ nicht auf. Bewußtes Schmerzempfinden gebe es im

Hirntod nicht, da es ein Bewußtsein voraussetze, das an ein funktionierendes Gehirn gebunden sei. Daher könne ein Hirntoter keinen Schmerz mehr empfinden.

33 Einem derartigen Konzept vom ‚Hirntod‘, das den Augenschein Lügen straft, steht das unmittelbare Wahrnehmen gegenüber, nach welchem der Hirnverletzte lebt. Doch auch Hirntoddiagnostiker können irren. Eine Überprüfung von Hirntoddiagnosen durch die DSO zeigte, daß 21 von 50 Diagnosen falsch waren.34

Also steht man vor einer Glaubensentscheidung. Glaubt man den Befürwortern der Organspende, die das Lazarus Phänomen, d.h. die Bewegungen der ‚Hirntoten‘, als Rückenmarkreflexe erklären? Oder glaubt man den Verfechtern der ischämischen Penumbra, die meinen, der Anstieg von Blutdruck und Puls nach dem Einschnitt des Skalpells zur Organentnahme führt zu einer erhöhten Blutzufuhr im Gehirn und zu vorübergehender Rückkehr fragmentarischer Hirnfunktionen und Bewegungsaktivität.35

Du sollst nicht trachten nach deines Nächsten Gut:

Ansprüche an Leben, Lebensqualität und Lebensende

Das Verbot richtet sich gegen Begehrlichkeiten, von denen das moderne Lebensgefühl viele absichtlich weckt. In der Wettbewerbs- und Wachstumsgesellschaft ist der prüfende Blick auf den Konkurrenten Pflicht. Auch das Transplantationsgeschäft möchte wachsen. Die biblische Ethik verbietet, nach der widerrechtlichen Aneignung oder unrechtmäßigen Nutzung von etwas, was meinem Nächsten gehört, zu trachten. Die Harvard Kriterien von 1968 dagegen formulierten ihr Hirntod-Konzept aus utilitaristischen Interessen.36

Die Presse berichtet immer wieder von den Empfängern transplantierter Organe, ihren Leiden, ihren Hoffnungen, ihren Kämpfen. Diese Schicksale berühren, und man ist gewillt, ihnen jede nur möglich Chance zur Linderung oder sogar Heilung zuzugestehen.

Allerdings offenbaren diese Berichte auch Schattenseiten für den Empfänger.37

Eine Reportage über „einen schwer herzkranken Mann, der dreieinhalb Monate in einem winzigen Krankenhauszimmer auf den Tod eines anderen Menschen wartete – und auf dessen Herz“38 berichtet vom Krankenhaushumor: „Es regnet, das ist schlecht, … bei Regen fahren keine Motorradfahrer. […] Wenn sie nicht fahren, verunglücken sie nicht.“39

Bevor man auf die Warteliste für ein Herz kommt, gibt es ein Gespräch mit einem Psychologen: „Es haben sich schon Menschen umgebracht, weil sie es nicht ertrugen, das Organ eines anderen Menschen in sich zu tragen. Eine solche Verschwendung von Organen wollen die Ärzte verhindern, dafür gibt es zu wenige.“

40 Erst das vierte Spenderherz konnte dem Patienten eingepflanzt werden.41

Eine junge Mutter erlitt während der Herzverpflanzung einen Schlaganfall, dessen Folgen ihre linke Körperhälfte beeinträchtigen. Nun sucht sie eine neue Wohnung, weil sie bis auf absehbare Zeit keine Treppen steigen kann.42

Wer entscheidet über das eigene Leben und den eigenen Tod in einer laizistischen Gesellschaft?43 Die Bereitschaft, das eigene Schicksal in seinen Grenzen anzunehmen, schwindet zugunsten eines Trachtens nach Selbstbestimmung. So mag es mancher vorziehen, relativ schnell bei der Organentnahme getötet zu werden, als lange Zeit im Koma zu liegen oder mit einer Behinderung aufzuwachen.

Hier spielen ethische Fragen des Suizids und der Euthanasie hinein.

Schluß

Die Entwicklung seit dem Harvard Komitee im Jahre 1968 zeigt die Tendenz, die Todeskriterien zur Ermöglichung der Organentnahme immer mehr auszuweiten.

Der Definition des ‚Hirntods‘ gemäß, untersucht die Diagnose nur die Funktion von Hirn und Hirnstamm. Sie beweist nicht die Abwesenheit von Aktivität und Vitalität. Deshalb geben selbst Befürworter der Transplantationsmedizin wie Truog und Miller zu, daß das Gehirn und der Hirnstamm des ‚Hirntoten‘ nicht vollständig abgestorben sind. Sie sprechen von „gerechtfertigtem Töten“. Das widerspricht dem Lebensschutz, den die biblische Ethik in den Zehn Geboten formuliert. Es wäre zu wünschen, daß auch die Kirchen klar Stellung beziehen.

Die Schrift „Organtransplantationen. Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der EKD (Gemeinsame Texte 1)“ aus dem Jahre 1990 ist 20 Jahre alt und fußt auf Kenntnissen der Neurologie, die wissenschaftlich überholt sind.

Es gibt keine moralische Pflicht zur Organspende (BAG). Auf der Spendekarte kann man ankreuzen, daß eine Entnahme gestattet ist. Wenn die Angehörigen die persönliche Willensäusserung kennen, dann werden sie nicht unnötig belastet, falls die Spendekarte nicht gefunden wird.

Anmerkungen

1) Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW).

2) Die Berichte von Eltern, die ihre Kinder zur Organspende freigegeben haben, und ehemaligen Transplantationsmedizinern, die über ihre frühere Tätigkeit berichten, schockieren. Vgl. W. F. Weaver, Unpaired Vital Organ Transplantation. Secular Altruism? Has killing become a virtue? in: R. de Mattei – P. A. Byrne (Hg.), Finis Vitae. „Brain Death“ is NOT True Death, Rom 2006; Oregon Ohio 2009, 1-31. R. Greinert, Konfliktfall Organspende. Unversehrt sterben! Der Kampf einer Mutter. München 2008.

3) www.bag.admin.ch/transplantation.

4) Bei swisstransplant.org kann man sich diese Broschüre herunterladen.

5) D. A. Shewmon, Chronic brain death: meta-analysis and conceptual consequences, in: Neurology 51 (1998) 1538-1545.

6) R. de Mattei – P. A Byrne (Hg.), Finis vitae. „Brain Death“ is NOT True Death. Oregon, Ohio 2009. Ein Bericht über die Inhalte der Tagung findet sich in Greinert, Konfliktfall (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 159-170.

7) A. Bergmann, Der entseelte Patient. Die moderne Medizin und der Tod. Berlin 2004, 277-314. Vgl. U. Baureithel – A. Bergmann, Herzloser Tod. Das Dilemma der Organspende. Stuttgart 1999.

8) KAO (Hg.), Organspende – die verschwiegene Seite. Kritische Aufklärung über Organtransplantation

(www.Initiative-KAO.de), 44f. Zum massiven Blutdruckanstieg vgl. H.-J. Gramm, J. Zimmermann, J. Meinhold, R. Dennhardt, K. Voigt, Hemodynamic responses to noxious stimuli in brain-dead organ donors, in: Intensive Care Med 18/8 (1992) 493-5; C. L. Chen; T. L. Chen; W. Z. Sun; S. Z. Fan; L. Susetio; S. Y. Lin, Hemodynamic responses to surgical stimuli in brain-death organ donors, in: Ma Tsui Hsueh Tsa Chi (Taiwan) Jun; 31/2 (1993) 135-8.

9) So die Referentin der DSO, Martina Schimmer, in einem Vortrag im DRK-Heim in Laichingen gemäß dem Artikel, 12000 Menschen warten dringend auf Organspende, in: Schwäbische Zeitung Online, 21.11.2009 (Laichingen/cm).

10) Die Ausführungen zu den Zehn Geboten orientieren sich an F. Crüsemann, Maßstab Tora. Israels Weisung und christliche Ethik, München 2003; M. Köckert, Die Zehn Gebote (Beck’sche Reihe 2430. Wissen) München 2007; E. Otto, Theologische Ethik des Alten Testaments (Theologische Wissenschaft 3, 2) Stuttgart 1994; B. G. Suttner, Die 10 Gebote. Eine Ethik für den Alltag im 21. Jahrhundert, Murnau 2007.

11) Gen 9,6 besagt nicht, wie in den gängigen Übersetzungen zu lesen, daß von Menschenhand sterben soll, wer einen Menschen tötet, sondern daß Mensch oder Tier wegen des Tötens eines Menschen selbst dem Tod verfallen ist. So hat es die Septuaginta verstanden: „Was den betrifft, der das Blut eines Menschen vergießt, für dessen Blut wird [Blut] vergossen werden.“ Vgl. C. Baumgart, Die Umkehr des Schöpfergottes. Zu Komposition und religionsgeschichtlichem Hintergrund von Gen 5-9 (HBS 22), Freiburg i. Br. 1999, 315-317.

12) Y. Watanabe, Controversies on Brain Death in Japan and our Seven-Year Experience After the Enforcement of the Organ Transplantation law, in: R. de Mattei – P. A. Byrne (Hg.), Finis vitae (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 283-292, 285: „For instance,´most Japanese people today would still be reluctant to accept the death of their brain-dead family member with warm body and rosy skin, and this trend must have played a major role in restricting the number of donors to only about thirty in the past seven years. While we think this is a natural response of ordinary people with a normal sense of life, transplant protagonists always blame such an attitude as purely emotional.“

13) Rethinking the Ethics of Vital Organ Donations, in: Hastings Center Report 38/6, 2008. Vgl. R. D. Truog – W. M. Robertson, Role of brain death and the dead-donor rule in the ethics of organ transplantation, in: Critical Care Medicine 31/9 (2003) 2391-2396.

14) Die Trennung des diagnostizierten ‚Hirntods‘ vom faktischen Herzstillstand beraubt den Patienten des persönlichen Sterbens als Teil seines Lebens. Vgl. H. Jonas, Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung (Suhrkamp Taschenbuch 1514) Frankfurt a.M. 1987.

15) Weavers, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 2f, 9, 20.

16) Weavers, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 1.

17) Weavers, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 5-8, 14f, 17; C. G. Goimbra, The Apnea Test – a Bedside Lethal ‘Disaster’ to Avoid a Legal ‘Disaster’ in The Operating Room, in: R.de Mattei – P. A. Byrne (Hg.), Finis vitae (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 129-161, 131, 140. D. J. Hill, Brain Death. A United Kingdom Anaesthetist’s View, in: R. de Mattei – P. A. Byrne (Hg.), Finis vitae (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 163-175, 164: „The … irreversibility … is essentially unobservable.“

18) „Brainstem testing involves only simple bedside tests which are carried out by two doctors and repeated at an unspecified interval. Although these doctors are described as independent of the transplant team, they are only called upon if they are sympathetic to the cause. A doctor who carried out the tests in order to establish that there is no predictable chance of recovery, but would not certify that patient as dead, would not be invited to perform the tests if organs were being sought. This was my experience. Such a patient can, paradoxically, be declared dead by some doctors but not by others.“ Hill, Brain Death (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 169. „Electroencephalographic studies … have been abandoned by many institutions. Because of the urgency to declare death and harvest vital organs, up-to-date sophisticated methods (fMRI and others) of validating function and ‘activity’ in brain tissue are not often used due to time limitations imposed by those who are fearful that the results might indicate brain activity consistent with an

early phase of recovery of the ‘donor’ living patient!“ Weavers, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 8f, 21.

19) Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 131.

20) Die Broschüre der DSO, Kein Weg zurück (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.),

23, schreibt, zunächst wird der Bewußtlose mit 100-prozentigem Sauerstoff beatmet, um eine hohe Sauerstoffsättigung im Blut zu erzielen. Dann werde der Patient mit ein oder zwei Atemzügen pro Minute beatmet. Anders die Beschreibung durch Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 133: „In addition … the diagnosis of ‘brain death’ or ‚brain-stem death’ has required the transient withdrawal of mechanical respiratory support, currently for up to 10 minutes in most countries.“ Vgl. ebd. 137f, 154.

21) Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 134f. „Evidently, ‘brain death’, ‘brain-stem death’, or death according to the traditional criteria of irreversible cardiac and respiratory arrest might occur as a consequence of apnea testing.“ Ebd. 136.

22) DSO, Kein Weg zurück … (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 23f. Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 138, 151: „Whether obligatory or optional, any confirming test (including angiography) is performed after the … apnea test. Therefore, because apnea testing may induce intracranial vascular collapse, the results of all confirmatory tests carried out thereafter (including … EEG) may reflect the deleterious effects of induced apnea rather than diagnose irreversible brain damage preceding the clinical evaluation.“

23) M. N. Shalit, J. Beller, M. Feinsod u. a., The blood flow and oxygen consumption of the dying bran, in: Neurology 20/8 (1970), 740-748.

24) Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 132f.

25) Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 139f. Ders., Are „braind dead“ (or „brain-stem dead“) patients neurologically recoverable?, in: R. de Mattei – P. A. Byrne (Hg.), Finis vitae (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 313-378. Yoshio Watanabe, Controversies (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 289f: „This therapy was developed by the Emergency Care Department of Nihon University Hospital in Tokyo. In their first report, this therapy was applied to 20 cases of acute subdural hematoma with diffuse brain injury and 12 cases of global cerebral ischemia due to cardiac arrest lasting for 30-47 minutes, all of them showing Glasgow coma scale of 3 to 4, bilateral dilation of pupils and loss of light reflex. With computer controlled brain hypothermia and maintenance of adequate intracranial pressure, 14 of the 20 patients in the first and 6 of the 12 patients in the second group returned to normal daily life, with their verbal communication restored except for one patient.“ Vgl. C. G. Coimbra, Implications of ischemic penumbra for the diagnosis of brain death, in: Brazilian Journal of Medicine and Biological Research 32/12 (1999) 1479-1487 (scielo. br/pdf/bjmbr/v32n12/3633mpdf).

26) In den USA gilt: „Only an individual who has sustained either (1) irreversible cessation of circulatory and respiratory functions, or (2) irreversible cessation o all functions of the entire brain, including the brain stem, is dead. […] If in the opinion of the responsible physician the patient does not fulfill any existing … criteria … for ‘brain death’, but if he believes chances for recovery are poor, he defaults to using ‘irreversible cessation’ of hear and lung function. Since in this group of patients the heart and lung have been functioning

normally he must act by intent when stopping the ventilator. This usually will result in failure of the heart to pump blood and a waiting period of two minutes is chosen in many institutions for any signs of spontaneous recovery of circulation. If there are none, death is declared and having cooled the organs before hand, one has a slightly longer time before organ deterioration will begin.“ Weavers, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 24f.

27) „I’ve heard many physicians say in addition to the utilitarians’ perceived need for more donors, it is often pride that drives this endeavor and I recognize it as I reflect on my own participation in the past.“ Weaver, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 11.

28) „One of the nurses in the unit privately and tearfully complained to me: ‘but he is still alive’. Several of my cardiology colleagues subsequently have become quite troubled regarding vital organ removal and do not believe that the end justifies the means. “ Weaver, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 12.

29) Vgl. Hill, Brain Death (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 167f.

30) Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 159f.

31) Bergmann, Der entseelte Patient, (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 307: „… die Themen Raub und Tötung beherrschen diese Patienten unmittelbar nach ihrer Transplantation.“

32) Bergmann, Der entseelte Patient, (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 302f.

33) DSO, „Kein Weg zurück …“ (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 28.

34) Deutsches Ärzteblatt, Jahrgang 103, Heft 19, 12. Mai 2006.

35) DSO, „Kein Weg zurück …“ (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 28. Coimbra, The Apnea Test (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 149-151. Vgl. Hill, Brain Death (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 171f.

36) „When is it permissible to withdraw life support from patients with irreversible neurologic damage for the benefit of society, whether the benefit is either in the form of economic savings or to make an intensive care bed available for someone with a better prognosis? “ A definition of irreversible coma. Report of the Ad Hoc Committee of the Harvard Medical School to Examine the Definition of Brain Death. Zitiert aus Weavers, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 9, Hervorhebung H.U.S.

37) „Die Transplantationsmedizin hat einen neuartigen Patiententyp mit ganz eigenen psychischen Konflikten hervorgebracht. Zwischen 50 bis 70 Prozent aller Empfänger von lebenswichtigen Organen … leiden an Persönlichkeitsveränderungen, Identitätskonflikten, Angst und Depressionen.“ Bergmann, Der entseelte Patient (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 307.

38) B. Obermayer, Bis zum letzten Schlag, in: Süddeutsche Zeitung Magazin 52 (24. Dezember 2008) 18-27: 18.

39) Obermayer, Schlag (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 20.

40) Obermayer, Schlag (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 22.

41) Obermayer, Schlag (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 24.

42) J. Löhr, Das neue Herz schlägt, in: Münchner Merkur 20 (26. Januar 2010) 31.

43) „In the United States we presently have a legal and cultural environment that allows and encourages legalized killing of living, vulnerable, and compromised human beings for utilitarian based vital organ harvesting. “ Weaver, Transplantation (Anm. Fehler! Textmarke nicht definiert.), 1.

Dr. med. Regina Breul arbeitet am COE (Europäisches Kolleg für Osteopathie) und lebt in München.

Prof. Dr. Hans Ulrich Steymans OP lehrt Altes Testament und Biblische Umwelt im Departement für Biblische Studien der Universität Freiburg/Schweiz.

Quelle: http://web.tuomi-media.de/dno2/Dateien/NO410.pdf